Einbau-Option bei Flytec-Avionic-Geräten - FLARM für Hängegleiter
Das Kollisionswarngerät FLARM gibt es bereits seit 2004. Mittlerweile warnen weltweit rund 14`000 Geräte die Piloten in Helis, Segel- und Leichtflugzeugen vor Kollisionsgefahr. Jetzt gibt es neu den FLARM-Transponder für Hängegleiter.
Das von Schweizer Segelflugpiloten entwickelte FLARM ist ein kleines, leichtes und preiswertes Kollisions-warngerät mit geringer Stromaufnahme. Es wurde ursprünglich für die Sicherheit im Segelflug konzipiert: die schnittigen Gleiter sind aus bestimmten Winkeln kaum wahrzunehmen. Vor allem wenn sie dem Betrachter direkt entgegenfliegen oder vor weissem Hintergrund.
Die FLARM-Geräte alarmieren die Piloten, wenn ein anderes FLARM-bestücktes Flugzeug in der Nähe ist und zeigen dessen Position an.
Dank seiner Wirksamkeit und ständiger Weiterentwicklung erfreut sich das FLARM-System weiterhin zuneh-mender Beliebtheit. Immer häufiger wird es auch von Piloten motorisierter Luftfahrzeuge eingesetzt wenn diese häufig in Gebieten mit regem Segelflugverkehr operieren.
In diesen Gebieten bewegen sich aber auch Gleitschirme und Deltagleiter. Weil diese Hängegleiter weder über ein Instrumentenbrett noch über eine Bordbatterie verfügen, waren sie bis anhin ohne Kollisionswarngerät unterwegs. Sie sind deshalb für die schneller fliegenden Flugzeuge und Helikopter elektronisch nicht sichtbar. Das ändert sich nun.
Passende Lösung im Mikroformat
In Zusammenarbeit mit den FLARM-Entwicklern hat der weltweit führende Entwickler von elektronischen Fluggeräten für Hängegleiter - die in Horw (LU) beheimatete Firma Flytec - eine raffinierte Lösung gefunden. Ihre beiden populärsten Multifunktions-Geräte für Hängegleiter-Piloten, Flytec 6020 und das Flytec 6030, können mit einem sogenannten „Passiv-FLARM“ ausgestattet werden. Es handelt sich um einen eigentlichen FLARM-Transponder.
Eine winzige, im Gerät eingebaute elektronische Einheit, antwortet bei minimalem Strombedarf auf die empfangenen Signale der Kollisions-warngeräte anderer Flugzeuge. Damit können die Piloten in den Heli- und Flugzeug-Cockpits die Gleitschirme und Deltagleiter auf eine Distanz von einigen Kilometer wahrnehmen und entsprechend reagieren. Die Reichweite genügt, um dem Piloten eines Segelflugzeuges, das mit einer Fluggeschwindigkeit von meist 100 bis 180 km/h fliegt, weit über eine halbe Minute Zeit für ein Ausweichmanöver zu lassen.
Während ein komplettes FLARM-Gerät über tausend Franken kostet, ist der neue FLARM-Transponder als Option in einem Neugerät für Fr. 98.- und als Nachrüstsatz für Fr. 148.- zu haben. Die Nachrüstung wird von Flytec vorgenommen.
Der FLARM-Transponder hat einen um einen Drittel erhöhten Strom-verbrauch des Gerätes zur Folge. Er ist allerdings ausschaltbar. Weil sich Deltagleiter und Gleitschirme mit unterschiedlicher Geschwindigkeit und Wendigkeit bewegen, kann der Hängegleiter-Pilot den signalisierten Typ seines Fluggerätes selbst wählen.
Angesichts der sicherheitsrelevanten Bedeutung des Moduls, wurde diese FLARM-Weiterentwicklung vom Schweizerischen Hängegleiter-verband SHV und von der REGA finanziell unterstützt. Zudem verzichten die beiden Entwicklerfirmen FLARM und Flytec darauf, die restlichen Entwicklungs- und Herstellkosten vollständig auf den Gerätepreis zu übertragen. Dies in der Hoffnung, dass der FLARM-Transponder unter den Hänggleitern die gleiche Verbreitung findet, wie das FLARM-Vollgerät bei Flugzeugen.und Helikoptern.